Ursprung des Orientalischen Tanzes 
 

Der Bauchtanz ist eine der ältesten Ausdrucksformen tänzerischen und kultischen Unsprungs, dessen Wiege sich in vorbiblischen Zeiten findet.
Unbekannt war er allerdings in den frühen Hochkulturen Vorderasiens. In Innerafrika dagegen tanzten ihn Mädchen und Frauen bei kultischen Initiations- und Fruchtbarkeitsriten. 
Er war für das männliche Publikum tabu und wurde ausschließlich als Hilfe zur sanften Geburt praktiziert.
Pygmäen führten den Tanz in den Orient, was dazu geführt haben soll, dass hellhäutige Ägypterinnen bei den dunkelhäutigen Sklaven in die Tanzlehre gingen.

Als öffentlicher Schautanz setzte sich der Bauchtanz im neuen Reich am Nil 1554-1069 v. Chr., zu Zeiten der Tempelentstehung (Luxor, Theben, Karnak) durch. Die Tänzerinnen dieser Zeit waren nur sehr knapp verhüllt, allerdings reich mit Schmuck geziert und sie entwickelten eine perfekte Kosmetik. Von Ägypten aus verbreitete sich der Bauchtanz über Asien und Nordafrika bis nach Spanien und Rom. In den arabischen Harems wurde der Bauchtanz von den Frauen aus Freude am eigenen Körper und Lust am Tanzen betrieben. In dieser Zeit entwickelte sich “Raqs Sharki”, wie ihn die Araber selbst nennen, der “orientalische Tanz”, wie wir ihn richtig übersetzen, am stärksten.

Raqs al Sharki bedeutet „Tanz des Ostens“ oder „Orientalischer Tanz“ und wird vor allem in Ägypten so genannt, während man im übrigen Orient auch Raqs al Misr (ägyptischer Tanz) sagt. Das Wort Bauchtanz entstand im Westen und bezieht sich vor allem auf die bauchfreien Kostüme und die Bauch- und Hüftbewegungen welche im Europa des frühen 20. Jh. als  ungewöhnlich galten. Der Raqs al Sharki, der den Bauchtanz in Reinform verkörpert, entstand erst Anfang des 20. Jhd. in Ägypten als man den vorher getanzten Baladi („Tanz des Volkes“) mit Ballettelementen mischte und zum Bühnenshowtanz veränderte und auch Elemente anderer orientalischer Tanzarten hinzufügte wie z.B. die Kopfbewegungen des indischen Tanzes oder den fließenden Oberkörper des türkischen Tanzes. Die bauchfreien Kostüme entstanden ebenfalls erst um diese Zeit.

Zum ersten Mal auf einer Showbühne wurde der Raqs al Sharki in Ägypten  von  der Tänzerin Badia Masabni  in ihrem 1920 eröffneten Kaberett präsentiert.
In den dreißiger und vierziger Jahren traten die ersten Solistinnen auf und aus dieser Zeit kennen wir die Namen der ersten Stars des “Raks Sharki”, wie Naima Akef, Samia Gamal und Tahia Carioca. In den Fünzigern wurde in Ägypten das staatliche Folkloreensemble unter Mahmoud Reda gegründet. Dieser entwickelte die ägyptische Folklore zu bühnenreifen Shows. Natürlich hat auch jedes andere orientalische Land seine Folklore und der Bauchtanz wird außer in Ägypten vor allem noch im Libanon und der Türkei getanzt. Wobei jedes Land seinen eigenen Stil entwickelte.

Bis heute entwickelt der Orientalische Tanz sich stetig weiter. Die wichtigsten Gaben einer Tänzerin sind ihr Rhythmusgefühl und das Verständnis für die orientalische Tanzmusik, außerdem ist ein gewisses Grundwissen und die Liebe zur arabischen Kultur hilfreich.