Kleine Bauchtanzschule

Der Orientalische Tanz beinhaltet ein wesentliches Merkmal: die Fähigkeit einzelne Körperteile unabhängig voneinander zu bewegen – das Prinzip der Isolation. Ist dieses Prinzip erlernt, ist der nächste Schritt die Koordinierung der isolierten Bewegungen. Im Folgenden findet Ihr einige wichtige Basisfiguren des Orientalischen Tanzes ... viel Spaß beim Ausprobieren !


Grundhaltung

 
Die richtige Haltung ist die Basis zum Erlernen der einzelnen isolierten Bewegungen  des Orientalischen Tanzes. Stelle die Füße parallel hüftweit auseinander flach auf. Die Knie sollten immer leicht gebeugt sein und das Becken sollte locker nach vorn gekippt sein. Oberkörper und Kopf nach oben gestreckt (stolze Haltung). Mit dieser Haltung lassen sich Rückenbeschwerden vermeiden und Du hast eine optimale Körperbalance. Dein Körper ist zentriert und so lassen sich die Figuren richtig isoliert tanzen.  

Kleiner Hüftkreis
(Mondkreis)

Nimm die Grundstellung ein und spüre Deine Körpermitte. Dann ziehe mit der Hüfte Kreise um die eigene Mitte herum. Hilfreich ist die Vorstellung, dass Du um Dich herum einen Kreis auf dem Boden mit der Hüfte nachzeichnest. Schiebe die Hüfte nach links (Gewicht liegt jetzt auf dem linken Fuß) und führe die Hüfte im Halbkreis über vorn nach rechts (Gewicht ist jetzt auf den rechten Fuß verlagert). Nun die Hüfte von rechts über hinten im Halbkreis wieder nach links führen. Hierbei sollte die Betonung eher auf dem vorderen Halbkreis liegen - nicht zu weit nach hinten gehen. Beachtet, dass Ihr nicht in der Taillie einknickt. Halte den Oberkörper dabei so ruhig wie möglich.
     

Großer Hüftkreis
(Sonnenkreis)

Der Bewegungsablauf ist im Prinzip der selbe, den Ihr bereits mit dem kleinen Hüftkreis ausgeführt habt. Beim großen Hüftkreis ist die Ausführung des Kreises um die eigene Mitte herum jedoch größer. Der Oberkörper wirkt entgegen der Hüftbewegung - das heißt: wenn die Hüfte nach links geschoben wird, pendelt der Oberkörper nach rechts (Gewicht ruht jetzt auf dem linken Bein) ... wird die Hüfte im Halbkreis über vorn nach rechts geführt pendelt der Oberkörper von rechts über hinten nach links ... die Richtung beider Körperteile ist gleich (mit oder auch gegen den Uhrzeigersinn).

     


Hüft-Acht

Nimm die Grundhaltung ein und stelle Dir vor, Du stehst mit den Füßen in den Schleifen einer auf den Boden gezeichneten Acht. Die Hüften sollen diese Acht nachziehen. Schiebe dazu die rechte Hüfte diagonal nach vorn und ziehe sie im Bogen nach hinten (das Gewicht liegt jetzt auf dem rechten Fuß). Dann mit der linken Hüfte diagonal nach vorn und wiederum im Bogen nach hinten ziehen (jetzt liegt das Gewicht auf dem linken Fuß). Das Becken sollte bei dieser Figur immer aufgerichtet bleiben und ist während der gesamten Ausführung schräg gestellt ... nie frontal. Wichtig ist, dass die Knie immer leicht gebeugt sind, dass die Bewegungen der Hüfte ausgeglichen werden können. Als Variation kann diese Bewegung kann auch von hinten nach vorn ausgeführt werden. Versucht den Oberkörper möglichst ruhig zu halten.

     


Hiplift
 
Gehe in die Grundhaltung. Für einen Hüftschwung mit rechts setze das rechte Bein leicht vor ... die Körpermitte wird nicht verlassen. Das Gewicht ist auf das linke Bein verlagert. Nun senke die rechte Hüfte sanft ab und schwinge sie mit Kraft nach oben. Kehre zurück zur Mitte. Der Akzent dieser Bewegungen nach unten und nach oben sollte klar auf der Bewegung nach oben liegen! Beachte die Isolation - Dein Oberkörper sollte bei der Ausführung möglichst ruhig bleiben.
Variationen: Drehen um die eigene Achse mit dem Hüftschwung, mit dem Hüftschwung laufen
 
 

Hüftdrop
 
Gehe in die Grundhaltung. Für einen Hüftdrop mit rechts setze das rechte Bein leicht vor ... die Körpermitte wird nicht verlassen. Das Gewicht ist auf das linke Bein verlagert. Nun hebe die rechte Hüfte sanft nach oben und lasse sie nach unten fallen (drop = fallen lassen). Kehre zurück zur Mitte. Der Akzent dieser Bewegungen nach unten und nach oben sollte klar auf der Bewegung nach unten liegen! Beachte die Isolation - Dein Oberkörper sollte bei der Ausführung möglichst ruhig bleiben.
Variationen: doppelter Drop, Drop mit Schritt verbunden
 

Kopfgleiten
 
Die Grundhaltung des Kopfes: Stelle Dir vor, jemand zieht Deinen Kopf sanft an den Haaren nach oben. Dein Blick sollte nach vorn gerichtet bleiben. Schiebe den Kopf nach links und rechts im Wechsel, ohne ihn dabei zu neigen oder zu drehen. Die Kraft für diese Bewegung kommt aus der Nackenmuskulatur.

 

 

 

Brustkorb kreisen

Ausgangsposition ist die Grundhaltung ... am besten fixiert Ihr die Hände mit den Fingerspitzen an Eurer Hüfte. Und nun versucht den Brustkorb erst einmal nach links und rechts zu schieben. Hüfte und Schultern sollten dabei möglichst ruhig gehalten werden. Wenn das gelingt, bewegt den Brustkorb nach vorn und hinten. Stellt Euch einen imaginären Kreis um Euren Oberkörper vor und zieht ihn nach  ... Brustkorb nach links, nach hinten, nach rechts und nach vorn ...
Vergiss das Atmen nicht!
     

Shimmy
Shimmy ist das isolierte Schütteln und Zittern einzelner Körperteile. Der meist bekannte und ausgeführte ist der Hüftshimmy. Nimm die Grundhaltung ein und nimm die Knie abwechselnd leicht vor und zurück, ohne sie dabei durchzudrücken. Po und Oberschenkel sollten bei schneller werdendem Wechsel ordentlich geschüttelt werden. Versuch den Oberkörper möglichst ruhig zu halten und vergiss das Atmen nicht! Wichtig ist, dass Du alle Muskeln locker lässt - besonders die Gesäßmuskulatur.
weitere Shimmys: Hüftshimmy, Schultershimmy, Brustshimmy, Handshimmy, Shimmys mit Gewichtsverlagerung oder auch im Gehen,
   

Arabischer Grundschritt

Der arabische Grundschritt ist recht einfach. Nehmt die Grundhaltung ein. Setzt den rechten Fuß nach vorn und verlagert das Gewicht darauf. Der linke Fuß bleibt auf seiner Position, darf aber kurz abheben. Das Gewicht wieder auf den linken Fuß und den rechten zurücksetzen. Auch jetzt bleibt der linke auf seiner Position und hebt nur kurz ab.
weitere Schritte: Kreuzschritt, Kamelgang, Schritte im Hüftkreis

 

Armhaltungen
 
Wasserball Türkische Bodenvase

 
Die Arme sind mit offenen Handflächen etwa in Schulterhöhe weit geöffnet. Die Arme nie durchstrecken ... immer in leichten Bogen halten – etwa so, als ob Du einen Großen Wasserball fest hältst.


 

 

 

 

 


 


Die Arme und Hände betonen die Hüfte bzw. Hüftbewegungen. Die Arme werden hier in leichtem Bogen (Ellenbogen nach außen) seitlich des Körpers gehalten. Die Hände mit den Handflächen zeigen zur Hüfte. Als Variation kann auch nur ein Arm eine Hüftbewegung betonen, während der Andere in eben beschriebener Haltung nach oben zeigt.

Weitere Armbewegungen: Begrüßungsarme, ägyptische Haltung

schöne Hände
 
Für die Grundhaltung der Hände: lasse die Hand locker - allerdings nicht hängen lassen. Mittelfinger leicht nach unten gespreizt – die Handflächen nach unten gerichtet.
 
typische Handhaltung Indischer Fächer Lotusblüte
Bild folgt Bild folgt

Handwellen
 
   

Handkreisen

Die Bewegung kommt aus dem Handgelenk. Es soll die gesamte Hand aus dem Gelenk heraus in Kreisen bewegt werden.
weitere Handbewegungen: Figur Acht der Hände,


Schlangenarme
 
Die Kraft für diese Bewegungen kommt aus den Schultern. Ellenbogen und Schulter müssen isoliert bewegt werden. Das bedarf einiger Übung. Die Arme sollten auf einem imaginären Kreis seitlich um Deinen Oberkörper geführt werden. Beginne mit einer Seite: Zieh den Ellenbogen seitlich hoch, bis sich Dein Oberarm in der Waagerechten befindet. Nun nutzt Du die Hebelwirkung des Schultergelenks und ziehst den Unterarm hoch. Den gesamten Arm bis über den Kopf nach oben ziehen ... und im sanften Bogen wieder nach unter führen. Bei der Bewegung nach oben zeigen die Handflächen zum Körper und die Fingerspitzen nach unten. Bei der Bewegung der Arme nach unten zeigen die Handflächen nach außen und die Fingerspitzen nach oben. Die Arme werden bei diesen Bewegungen nie ganz durchgedrückt.
Wechsle beim Üben die Seiten! Wenn die Bewegungen fließend aussehen, versuche sie wechselseitig oder im Kanon auszuführen.
           

Vogelarme

Beide Arme werden in großem seitlichen Bogen nach oben gezogen - hierbei zeigen die Handflächen zum Körper und die Fingerspitzen nach unten. Bei der Bewegung der Arme nach unten zeigen die Handflächen nach außen und die Fingerspitzen nach oben. Die Arme werden bei diesen Bewegungen nie ganz durchgedrückt.
Variation: wechselseitige Ausführung
     
 
Kombinationsmöglichkeiten
  • Hüftkreis und Hüfttwist
  • Shimmy im Hüftkreis
  • halber Hüftkreis und Hüftdrops rechts und links abwechselnd
  • mit Hiplift vorwärts gehen und Hüftdrops zurück
  • Hüftacht groß und Hüftacht klein verbinden
  • Hüftkreis und Kopfgleiten dabei Armkreuzen
  • Hüftkreis und Hüftgleiten
  • arabischer Grundschritt und Hüftkreis oder -schleife
  • Hüftschwünge mit zwischengesetzter Drehung
  • Hüftkreis und Schultertwist
  • Oberkörperkreise und Schultertwist
  • Brustkreise und Brustschieben
  • Brustkreise und Hüftdrops rechts und links
  • kleine und große Hüftkreise ... schneller Rhythmus - kleine Kreise ... langsamer Rhythmus - große Kreise